Posts Tagged ‘funkhaus europa’

“Radio Multi Kulti“ geht online

1. Januar 2009

Die Medienlandschaft in Berlin darf sich über eine innovative Idee freuen. Nachdem der Rundfunk Berlin Brandenburg den Radiosender Multikulti einstellt, gehen 15 Redakteure mit einer neuen Produktion online.

ddp

Quelle: ddp

Berlin - Nach 14 Jahren stellt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) um 22.00 Uhr die Integrationswelle „Radio Multikulti“ ein. Fünf Minuten später wird nach Angaben der Projektinitiatorin Brigitta Gabrin im Internet ein ähnliches Programm unter „multicult20.de“ auf Sendung gehen. Gesendet wird von dem Schiff „MS Heiterkeit All Around Music“, das in ein Studio umfunktioniert wurde. Auf der bisherigen Frequenz 96,3 von „Radio Multikulti“ soll das WDR-Programm Funkhaus Europa zu hören sein. Der RBB begründete die Einstellung mit Sparzwängen.

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Rundfunkrat beschließt Haushaltsplan 2009 und Mittelfristige Finanz- und Aufgabenplanung bis 2012

21. Dezember 2008

Piel: 100 Mio. Euro müssen eingespart werden

Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks hat dem Haushaltsplan 2009 und der Mittelfristigen Finanz- und Aufgabenplanung 2008-2012 zugestimmt. Der Betriebshaushaltplan sieht für 2009 Erträge in Höhe von rund 1,39 Mrd. Euro vor. Diesen stehen Aufwendungen in Höhe von rund 1,40 Mrd. Euro gegenüber. Der zu erwartende Fehlbetrag von rund 6,8 Mio. Euro wird aus der Eigenkapitalrücklage gedeckt. Die Mittelfristige Finanz- und Aufgabenplanung weist – auf Basis der ab 1. Januar 2009 angepassten Rundfunkgebühr von 17,98 Euro – bis Ende 2012 einen Fehlbetrag von 95,7 Mio. Euro aus. 

Rundfunkratsvorsitzender Reinhard Grätz würdigte das maßvolle Haushalten des WDR in der Vergangenheit, verwies zugleich aber auf neue Haushaltsrisiken. „Die Gebührenanpassung zum Jahreswechsel ist schon die zweite, die unter der allgemeinen Teuerungsrate bleibt. Weitere Risiken entstehen dadurch, dass immer mehr Menschen aufgrund ihres geringen Einkommens von der Rundfunkgebühr befreit werden. Dies bedeutet für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhebliche Einnahmeverluste. Der WDR wird also konsequent weiter sparen müssen.“

Der Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses, Friedhelm Wixforth, verwies ebenfalls auf die Risiken für den Haushalt und die Mittelfristige Finanzplanung. Zugleich hob er neue Ansätze in den Programmen hervor, durch eine bessere Vernetzung von Bereichen und Redaktionen sowie von Produktion und Technik Gelder einzusparen, ohne die Qualität zu vernachlässigen.

WDR-Intendantin Monika Piel verwies auf Berechnungen, wonach die anstehende Gebührenanpassung durch Verluste infolge von Gebührenbefreiungen und Abmeldungen um durchschnittlich 30 Prozent aufgezehrt werde. Angesichts dieser Entwicklung sei bis Ende 2012 mit einem Fehlbetrag von knapp 100 Millionen Euro zu rechnen. „25 Mio. Euro pro Jahr sind eine enorme Summe. Dies werden wir nur durch erhebliche Einschnitte in allen Bereichen des Hauses einsparen können. Ziel muss es dabei sein, dass wir das Programmangebot für unser Publikum in Qualität und Umfang aufrecht erhalten können.“ WDR-Verwaltungsdirektor Hans W. Färber fügte hinzu: „Wir werden darüber hinaus weiter an Rationalisierungsmaßnahmen und der Optimierung der Prozesse arbeiten, um zusätzliche finanzielle Spielräume zu gewinnen.“

Die Programmaufwendungen für Hörfunk und Fernsehen belaufen sich im nächsten Jahr auf zusammen knapp 500 Mio. Euro. Hiervon entfallen 411 Mio. Euro auf das Fernsehprogramm, 88,8 Mio. Euro auf den Hörfunk. Die Steigerungsrate beträgt inklusive Programmsondermittel zwei Prozent. Die Sondermittel werden im Hörfunk zum Beispiel für Funkhaus Europa eingesetzt, das den Wegfall der Zulieferungen des zum Jahreswechsel eingestellten rbb-Programms Radio Multikulti verkraften muss. Im Fernsehen sind die Sondermittel für die Dopingberichterstattung, für Projekte zur Programmverjüngung, für Wahlberichterstattung sowie für Vorlaufkosten zur „Kulturhauptstadt Europa 2010“ im Ruhrgebiet vorgesehen.

Für Personal wird der WDR 2009 einschließlich Altersversorgung insgesamt 421,3 Mio. Euro aufwenden. Der Anteil der Löhne, Gehälter und sozialen Ausgaben am Gesamtaufwand verringert sich damit geringfügig auf 22,1 Prozent. Der Stellenplan sieht für 2009 einen Abbau von 17 Stellen auf 4.321 Personalstellen vor. Damit werden es von Anfang 2008 bis Ende 2009 insgesamt 50 Stellen weniger sein. 2010 und 2011 sollen weitere 31 Stellen gestrichen werden.

Die Investitionsausgaben werden 70 Mio. Euro betragen, worin auch Investitionen für Sonderprojekte wie den Umbau des Studios Wuppertal sowie Sonderprojekte im Rahmen der Digitalisierung enthalten sind.

Funkhaus Europa sendet ab Januar 2009 auch in Berlin und Brandenburg

5. Dezember 2008

Der Radiosender Funkhaus Europa wird ab 1. Januar 2009 auch in Berlin und Brandenburg ausgestrahlt. Damit entspricht der Westdeutsche Rundfunk (WDR), zu dem der Integrationssender gehört, einem Wunsch des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), der sein Programm Radiomultikulti aus Kostengründen zum Jahresende einstellen muss. Dem rbb fehlen in der Gebührenperiode 2009 bis 2012 rund 54 Millionen Euro. Ursache dafür ist u. a. die hohe Zahl der Gebührenbefreiungen im Sendegebiet. Funkhaus Europa wird in Berlin künftig auf der Frequenz von Radiomultikulti (96,3 MHz) zu hören sein.