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NDR Info exklusiv: Verbindungen zwischen Serdarusic und dubiosem Zagreber Handballfunktionär?

17. März 2009

Nenad V., ehemaliger Präsident eines kroatischen Erstliga-Vereins und im Hauptberuf Niederlassungsleiter einer Versicherung in der Hauptstadt Zagreb, ist nach Informationen von NDR Info eng befreundet mit Zvonimir „Noka“ Serdarusic, dem langjährigen Trainer des THW Kiel. Sie feierten Nokas größten Erfolg gemeinsam: den Gewinn der Champions League gegen die SG Flensburg Handewitt am 29. April 2007. Bilder der Feier zeigen die beiden, wie sie nebeneinander stehend den gerade gewonnenen Pokal beklatschen. Eine Funktion beim THW hatte der mitfeiernde Kroate nicht.

In Kroatien hat sich Nenad V. im Handball einen zweifelhaften Namen gemacht:  „Dubios“ nannte ihn ein Insider der kroatischen Handballszene in einem Gespräch mit dem NDR. V. war Präsident eines Zagreber Erstliga-Clubs, eines Vereins, der vor allem dadurch auffiel, dass er über „unbegrenzte Mittel“ verfügte, wie die angesehene Tageszeitung „Vjesnik“ feststellte. Die Versicherung, bei der V. Direktor war, trat auch als Sponsor des Clubs auf. Der Club kaufte reihenweise Nationalspieler ein mit dem Ziel, kroatischer Meister zu werden. Einen Knick bekam V.s Laufbahn jedoch 2005, als er für ein ganzes Jahr von allen Funktionen im kroatischen Handball entbunden wurde: die Strafe für eine heftige Auseinandersetzung mit dem Präsidenten eines Lokalrivalen, deren Hintergründe unklar sind. In Kreisen kroatischer Sportjournalisten wird sein Name auch im Zusammenhang mit Spielmanipulationen genannt. Mit seinem Club ging es anschließend bergab. 2007 befand sich V.s Verein in großen finanziellen Schwierigkeiten: Der Hauptsponsor, V.s Arbeitgeber, konnte laut „Vjesnik“ seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Das Ende von V.s Funktionärslaufbahn war damit gekommen. Seither, so ein ehemaliger kroatischer Nationalspieler, habe V. „nichts mehr mit Handball zu tun“.

Das allerdings scheint nicht ganz korrekt. V. wurde inzwischen häufiger bei internationalen Handball-Begegnungen gesehen. Und die Kieler Staatsanwaltschaft interessiert sich nun für den Kroaten im Zusammenhang mit den angeblichen Schiedsrichterbestechungen im Fall THW. Beim Finalrückspiel der Champions League 2007 seien die polnischen Schiedsrichter Goralczyk und Baum von Funktionsträgern des Kieler Vereins bestochen worden, berichtete jüngst der „Spiegel“. Ein Teil der Bestechungssumme, 45.000 Euro, sollen auf das Konto eines „angeblichen kroatischen Spielerberaters in Zagreb“ gegangen sein. Die Staatsanwälte fragen in Vernehmungen intensiv nach der Rolle Nenad V.s. Längst ist er in den Justizkreisen an der Förde offenbar kein Unbekannter mehr. Nenad V. stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung, und Kiels früherer Trainer Serdarusic weilt einem Zeitungsbericht zufolge derzeit in seiner bosnischen Heimat. THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker äußert sich nicht zu dem dubiosen Ex-Funktionär V.: „Dazu sage ich nichts, denn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen“, so Schwenker gegenüber NDR Info.

NDR info: Lance Armstrong sagt geplantes Anti-Doping-Programm ab

12. Februar 2009

Der siebenmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong hat das ursprünglich mit dem US-Wissenschaftler Don Catlin geplante Anti-Doping-Programm des „gläsernen Athleten“ gekippt. ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt kritisierte auf NDR Info diese Entscheidung als großen Rückschritt: „Es spricht vieles dafür, dass die vielbeschworene Glaubwürdigkeit, die Armstrong international dokumentieren wollte, am Ende dann doch nur Schall und Rauch ist.“

Armstrong begründete seinen Schritt unter anderem mit zu hohen Kosten. Für Seppelt ein nicht nachvollziehbares Argument: „Vor allem die Kostenfrage wundert mich, denn Lance Armstrong hat ja allein durch seine Toursiege zu den bestverdienenden Athleten der Welt gehört.“

Statt mit Don Catlin will der Texaner nun mit dem dänischen Doping-Experten Rasmus Damsgaard zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der teaminternen Kontrollen des Astana-Rennstalls unter Damsgaard sollen nun für die sauberen Leistungen des Rad-Stars bürgen. „Damsgaard ist teamintern tätig, das ist natürlich keine Transparenz. Insofern kann man nur mutmaßen, dass das Projekt Lance Armstrong und ‚gläserner Athlet’ so gut wie abgeblasen ist“, so Hajo Seppelt auf NDR Info. Ursprünglich war geplant gewesen, dass Armstrong von Catlin alle drei Tage getestet würde und die Daten anschließend im Internet zu sehen wären.

NDR Info: US-Experte rechnet mit Öl-Versorgungsengpässen

11. November 2008

Der renommierte US-Ölexperte Matthew Simmons hat den derzeit vergleichsweise niedrigen Ölpreis von rund 60 Dollar als „gefährlich“ bezeichnet. Auf NDR Info sagte Simmons, ein Preis von 60 Dollar führe dazu, dass westliche Ölkonzerne und auch die OPEC aufwendige Projekte einstellen und weniger Öl fördern würden. Die Nachfrage nach dem Rohstoff sei jedoch trotz der weltweiten Finanzkrise nicht signifkant gesunken. Deshalb rechne er damit, dass es schon in diesem Winter zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Sowohl Heizöl als auch Benzin und Erdgas könnten knapp werden, warnte Simmons. Er rechne damit, dass deshalb frühestens im Winter auch der Ölpreis wieder deutlich ansteigen werde. Simmons hält mittelfristig einen Preis von bis zu 300 Dollar für möglich.

Der texanische Investor sorgt seit Jahren mit Publikationen zum Ölangebot für Aufsehen. Unter anderem arbeitete er als Energie-Berater der US-Regierung. Bekannt wurde Simmons durch eine Studie über die Förderung in Saudi-Arabien. Darin vertritt er die These, dass auch die großen Ölfelder am Persischen Golf ihre Höchstfördermarken bereits überschritten haben.

„Redezeit“ auf NDR Info in eigener Sache: Wie viel Qualität braucht das deutsche Fernsehen?

18. Oktober 2008

Zwischen Blödsinn und Bildung: Welche Qualität hat das Fernsehprogramm? Was denken die Zuschauer darüber? Shows und Musikantenstadl, politische Magazine und Literaturverfilmungen – die Bandbreite des Angebots im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist groß, die Diskussion um Qualität so alt wie das Medium selbst. Marcel Reich-Ranicki hat die Debatte um Quote und Qualität im Fernsehen kräftig angeheizt. Der Literaturkritiker wollte den Deutschen Fernsehpreis nicht annehmen, mit dem er für sein Lebenswerk geehrt werden sollte. Ranicki wünscht sich Bildung, Literatur und Theater im Fernsehen, keine Köche, Comedians oder „Deutschland sucht den Superstar“. Zahlreiche Politiker, Journalisten und Schauspieler sprangen dem Altmeister der Literaturkritik zur Seite und beklagen das „jämmerliche“ Niveau im deutschen Fernsehen.

Der NDR will wissen: Was sagen die Fernsehzuschauer? Intendant Lutz Marmor und Fernseh-Chefredakteur Andreas Cichowicz diskutieren mit den Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern in der „Redezeit“ auf NDR Info: Was schätzen sie am NDR, an ARD und ZDF? Wollen sie mehr Politik und Kultur, mehr Bildung und Literatur, mehr gute Unterhaltung – und was ist das eigentlich?

Die Redezeit läuft am Dienstag, 21. Oktober, von 21.05 Uhr bis 22.00 Uhr auf NDR Info. Die Hörfunkprogramme des NDR und das NDR Fernsehen werden mit Vorberichten und Trailern auf die Sendung hinweisen. Die Telefone sind am 21. Oktober ab morgens geschaltet. Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 18 5 8000 werden die Meinungen des Publikums entgegengenommen.

Der Norddeutsche Rundfunk will mit seinen Hörern und Zuschauern intensiver ins Gespräch kommen. Viermal im Jahr sind „Redezeiten“ auf NDR Info geplant. Erwünscht sind Fragen, Anregungen und Kritik zum Programm oder anderen Themen, die den NDR betreffen.

Harald Schmidt Chefredakteur bei NDR Info – für 24 Stunden

22. September 2008
Neue Rolle für Harald Schmidt: Für einen Tag darf sich der Entertainer am heutigen Montag als Radio-Chefredakteur austoben. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens von NDR Info übernimmt Schmidt einen Tag lang die Leitung des Informationsprogramms des Norddeutschen Rundfunks. Dort ist er bereits am frühen Morgen zu hören, bevor er um 10.00 Uhr die große Redaktionskonferenz von NDR Info leitet, wie der Sender am Sonntag mitteilte. Danach beginnt die Arbeit im Großraumbüro. 
«Radio ist was für Frühaufsteher», sagte die reguläre Chefredakteurin Claudia Spiewak. «Ich bin gespannt, ob die Hörerinnen und Hörer ihr NDR Info wiedererkennen, wenn mein Nachfolger am Morgen zu großer Form aufläuft.» Schmidt habe freie Hand, «aber ich warne ihn: Diese Redaktion ist hellwach und weiß, was sie will!» Tagsüber kann Schmidt dann an seiner Glosse in der Rubrik «Auf ein Wort» feilen, die um 18.20 Uhr gesendet und um 20.10 Uhr wiederholt wird.